Jetzt aber mal echT!

einfach, hilfreich, clever: Texte.

einfach, clever, hilfreich: Texte.

Als mir durch die Fortschritte der KI einer meiner Jobs wegbrach, hatte ich ein Ziel: mit Hilfe künstlicher Intelligenz unabhängig von ihr werden.

Über ein paar Umwege ist überraschenderweise ein Autorenprogramm entstanden, das Schüler*innen unabhängig vom Internet zum Schreiben eigener Vorträge (Referate) motiviert.

Ja, geht denn das echt?

Genau das weiß ich noch nicht. Deswegen müssen wir es ausprobieren.

Für einen ausgiebigen Test brauche ich interessierte Lehrer*innen und ihre Schüler*innen, die im Deutschunterricht gerne mal unkonventionelle Wege gehen.

Und diesmal werden nicht die Schüler getestet, sondern die Technik.

Mit echT bekommen sie ein Programm auf einem USB-Stick an die Hand, das ihnen beim Ordnen helfen darf. Darüber nachdenken, ausformulieren und entscheiden müssen sie weiterhin selbst.

Künstliche Intelligenz kann mir innerhalb weniger Sekunden einen vollständigen Vortrag schreiben. Hier beginnt der Moment, in dem ich etwas entscheiden muss: Finde ich ihn gut?

Wenn ich jetzt plötzlich selbst schreiben muss, öffnet sich mir erst eine Welt: ich brauche plötzlich wieder Gedanken. Wörter. Übergänge. Eine Reihenfolge. Und irgendwann sogar eine eigene Meinung.

Genau das möchte ich mit echT ausprobieren: Lassen sich Schüler*innen darauf ein, eine Technik auf die Probe zu stellen? Üben sie Kritik an ihr? Weil sie was genau besser können?

Das Ziel wäre erreicht, wenn am Ende die eine oder der andere hinter seiner Behauptung steht: „Das hab ich gemacht, echT!“

Für Lehrerinnen interessiert mich dabei besonders, was im echten Unterricht passiert. Wo hilft das Programm? Wo nervt es? Wo verstehen Schülerinnen etwas besser? Wo fehlen Funktionen? Und vor allem: Schreiben sie am Ende tatsächlich eigenständiger?

Auch Eltern kennen vermutlich inzwischen die andere Seite: Eine Hausaufgabe sieht plötzlich erstaunlich erwachsen aus, ist grammatikalisch tadellos und enthält Wörter, die beim Abendessen eher selten vorkommen.

Das Problem ist dabei für mich gar nicht die KI.

Das Problem beginnt dort, wo man nicht mehr weiß, was ein junger Mensch eigentlich selbst kann, weil die Technik jedes Holpern schon beseitigt hat.

echT soll das eben nicht verhindern.

Im Gegenteil.

Denn gerade das gehört zum Denken dazu und macht uns menschlich.

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