Die besten Nachbarn der Welt sind meine. War schon immer so, bleibt auch immer so. Steht bei mir als Bedingung seitens Mieter als obere Klausel im Mietvertrag. Eigentlich suche ich mir auch keine Wohnung, sondern die richtigen Nachbarn aus.
Bei meinem letzten Casting habe ich mich für Ani und Flo entschieden. Seitdem stehen zu Ostern, Nikolaus oder Weihnachten lustige Dinge vor der Türe, über die ich mich freuen kann. Umgekehrt dürfen sie sich über neue Songs (oder alte) freuen, die aus meiner Wohnung nach nebenan schallen. Da mich aber nach längerer Abwesenheit sogar Herzluftballons und Willkommensgirlande an meiner Türe empfangen, die sie dort in aufwändiger Arbeit angebracht haben, scheint es nicht ganz so schlimm mit mir zu sein.
Als Single backe oder koche ich meistens immer zu viel. Das führt dazu, dass sie etwa selbst gebackenes Brot von mir aufgehalst bekommen. Oder Mango-Kokos-Irgendwas-Ausprobiertes-Likör. Auch Linsenchili, für das ich mich heute noch entschuldige – Flo (die lustigsten Menschen heißen so) hab‘ ich damit das selbe Problem aufgetischt, wie mir. Ich werde ab sofort auf süße Speisen umsteigen. Jedenfalls nur die süßen auch an meine Nachbarn teilen.
Neulich fragte mich Ani nach einer Zwiebel für ihr Gulasch. Da auch mir am Abend zuvor eine fehlte, kam mir die Idee: sie könnten Gemüse und Kräuter auf ihrem Balkon anbauen, ich revanchiere mich dann mit Milch und Eiern. Dazu würde ich mir eine Kuh als Untermieterin anschaffen, die uns die Anschaffung des Tetrapacks im Kühlschrank ersetzt. Außerdem könnte ich mit ihr singen und Musik machen. Und Hühner leg ich mir auch noch zu, die uns jeden Tag mit frischen Eiern versorgen.
Ein verrücktes Huhn haben sie ja bereits neben sich. Das legt zwar keine Eier, dafür aber singt und pfeift es fröhlich durch die Gegend. Ich glaube, auch ich bin ein ganz lustiger Nachbar.Â
Danke Ani und Flo – ihr seid einfach ein Traum!