Siebzehn Jahre lang war ich Warmupper für „1, 2 oder 3“ – der Stimmungsmacher fürs ZDF bei Gregor Steinbrenner, Daniel Fischer und Elton. Zum Schluss hatte ich mich schon sehr nach Michael Schanze gesehnt. Der brauchte keinen Hampelmann für ausgelassene Atmosphäre. Heute aber muss man das Publikum oft erst aus der digitalen Schockstarre watschen. Obwohl die Anstrengung erst anfing, als Erwachsene im Publikum sitzen durften.
1999 begann der Spaß für mich mit einem flauen Gefühl im Magen. Ich war bloße Vertretung, wurde aber zum Dauerbrenner. Ich liebte den Quatsch mit Gregor und Daniels Herzlichkeit. Mit Elton kam leider irgendwann der Moment, als die Redaktion entschied: Der macht das Warm-up jetzt selbst. Ab da brauchte es mich nicht mehr. Oder?
Manchmal empfinde ich das Fernsehen heute wie die Partnerschaften meiner Freunde: lauter, schneller, härter – und am Ende bleibt jeder unbefriedigt zurück. Haben sich die Medien oder die Gesellschaft verändert? Oder steht beides in Abhängigkeit voneinander?
Meine wichtigste Erkenntnis aus zwei Jahrzehnten Studio-Staub:
Echte Energie entsteht nur auf Augenhöhe, nicht durch das bescheuerte Diktat einer Quote, mit der Entwicklungen fingiert werden – zugunsten einer Wirtschaftlichkeit in der es um Fließbandarbeit, statt um Herzlichkeit und menschliche Wärme geht.
Danke für die Zeit, in der noch jeder das „Plopp“ mit dem Finger im Mund können wollte, anstatt ein Selfie mit dem gehypten Moderator zu bekommen.